Hexakopter–der erste Absturz

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Mir war schon klar, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis auch ich mal einen Absturz hinlege, aber das es sofort so kracht, hätte ich nicht gedacht. Aber Eins nach dem Anderen.

Mich nervte immer, dass beim Filmen die Landebeine mit im Bild sind. Deswegen wollte ich mal ausprobieren, wie der Film aussieht wenn man die Landebeine abschraubt. Gesagt getan – die Beine wurde abgeschraubt. Nun konnte ich den Kopter allerdings nicht mehr auf normale Weise starten und landen, da ja das Landegestell fehlt. Da ich den Kopter schon öfter aus der Luft gegriffen habe, war eine Landung ohne Gestell eigentlich kein Problem für mich.

Es funktionierte auch alles perfekt. Motoren gestartet – Kopter in der Hand festgehalten – Gas gegeben – abgehoben – ein paar Minuten geflogen – gefilmt – in Landenähe gebracht – Kopter aus der Luft gegriffen – Rotoren ausgeschaltet – alles bestens.

Das Ziel war also erreicht, ich hatte schöne Aufnahmen ohne das störende Landegestell. Soweit so gut. Das ganze wollte ich nochmal wiederholen um etwas längere Filmaufnahmen zu machen. Da begann dann das Unheil.

Beim Starten hielt ich den Kopter wieder in der Hand und habe Gas gegeben. Irgendwas muss dann passiert sein, was ich bis jetzt nicht deuten kann. Der Kopter hat abgehoben und sofort einen extremen Linksdrall bekommen. Selbst mit beherztem Gegensteuern war er nur mit Mühe zu überreden wieder nach Rechts zu fliegen. Auf einmal fiel dann die gesamte Steuerung aus und der Kopter schmierte ab – wieso auch immer.

Wer das Gelände, auf dem wir in der Regel fliegen kennt, der weiß, dass in der Mitte der Wiese eine schlammige Pfütze ist. Diese Pfütze ist nicht sehr groß und sie zu treffen ist eigentlich kaum möglich – eigentlich. Wo der Kopter abgestürzt ist, muss ich jetzt nicht mehr sagen oder?

Die GoPro HD Kamera war komplett unter Wasser, Ebenso der Akku, die Kamerahalterung und ein Ausleger. Ich dachte echt, dass es das jetzt gewesen ist und ich ihn direkt in die Tonne werfen kann.

Dann kam jedoch das erste Wunder – die GoPro, welche während des Fluges nicht in dem wasserdichten Gehäuse war hat sogar unter Wasser weitergefilmt – so lange bis ich zum Unfallort geeilt war und den Kopter aus dem Teich gefischt habe. Einfach unglaublich. Das Wasser ist in alle Ritzen geflossen und die Kamera funktioniert trotzdem noch. Nach einer 24-stündigen Trocknungsphase arbeitet sie wieder einwandfrei.

Beim Kopter war nach einer ersten Sichtprüfung nur ein Propeller gebrochen – kein großes Ding. Meine größte Sorge war die Elektronik. Ich habe das Wasser inkl. der Algen so gut wie möglich entfernt und ihn erst mal über Nacht trocknen lassen. Heute habe ich ihn dann noch ein paar Stunden in die Sonne gestellt.

Nach dem Austausch des Propellers und einer Elektronikprüfung mit der entsprechenden Software wurde folgende Meldung angezeigt: “No Error”. Ich konnte es nicht glauben, sollte bei diesem Crash wirklich nichts passiert sein und die Elektronik weiterhin problemlos arbeiten?

Ein erster Testflug gab dann schließlich Entwarnung. Der Hexakopter fliegt wieder einwandfrei. 2 der 6 Ausleger sind zwar minimal verbogen, aber das macht dem Fluggerät nichts. Da habe ich schon Leute mit ganz anderen verbogenen Auslegern fliegen sehen.

Das einzige was wirklich kaputt gegangen ist, ist die Halterung der Kamera, aber die sollte sowieso demnächst durch eine Halterung ausgetauscht werden, die eine Spiegelreflexkamera tragen kann.

Also kann ich das unter ganz großem Glück im Unglück verbuchen.

Vom dem ganzen Manöver gibt’s natürlich einen Film. Man beachte die schwarze Sequenz in dem Film, als die Kamera unter Wasser war und lustig weiter gefilmt hat.

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