Neues Projekt im Keim erstickt

Ich wollte meinen fotografischen Horizont erweitern und hatte eine (wie ich meine) interessante Idee. Das ein oder andere Foto würde sicher komplett anders wirken, wenn man es von einer Position aufnimmt, die nicht alltäglich ist – die Vogelperspektive. Mit einem Flugzeug ist man ja eher selten unterwegs und von Hochhäusern runterfotografieren ist sicherlich auch nicht das gelbe vom Ei.

Also hatte ich eine zündende Idee. Da ich in Sachen Modellflug nicht ganz unerfahren bin, kam die Idee eine Kamera an einen RC Helikopter anzubringen. Diverse Kneipengespräche bei einem Glas Bier ließen die Idee zumindest im Kopf schon fast perfekt werden – aber wie geht man so ein Projekt an?

Direkt einen Heli für mehrere hunder/tausend Euro kaufen, die Spiegelrelfex drunterhängen und dann einen gepflegten Absturtz hinlegen ist sicherlich kein effizienter Weg. Also wollte ich erst mal ganz klein anfangen und mit einem (billig) Koaxial-Heli meine Modellflugkenntnisse etwas auffrischen. Gesagt getan kaufte ich bei Amazon den Skyrider-XL zum Preis von 66 Euro. Ein Modell was sich für den Preis durchaus sehen lassen kann. Die meisten Teile sind aus Alu und auch sonst machte der Heli einen robusten Eindruck.

Erste kleinere Indoor Flugtests waren erfolgreich und überraschend zugleich. Dieser kleine Heli war tatsächlich in der Lage meine Nikon Coolpix S8000 zu tragen. Dafür wollte ich ihn zwar nicht benutzen, überrascht hat es mich daher um so mehr.

Am nächsten Tag ging es dann in eine stillgelegte Halle am Hafen von Münster, in der ich den Heli mal richtig testen wollte. Was dann geschah war nicht ganz so prall.

Hätte ich den Heli vor die Wand gesetzt oder die Kontrolle verloren, wäre es zwar nicht so toll gewesen, aber ich hätte wenigstens gewusst, dass ich an meinen Flugfähigkeiten arbeiten muss. Aber was passierte war echt krass. Mittem im Flug knickte der Heckausleger ab, schlug in den Roter und machte aus dem kompletten Heli mehr oder weniger Konfetti. Ein ganz klarer Materialfehler, den ich aber dem Hersteller kaum beweisen kann. Selten habe ich 66 Euro so schnell zum Himmel gejagt. Aus diesem Grund ist das Projekt erst mal auf Eis gelegt.

Gleichzeitig habe ich allerdings einen befreundeten Fotografen mit der Idee infiziert und er hat sich direkt das passende Equipment bestellt. Der Hexakopter ist für Fotografie aus der Vogelperspektive super geeignet. Auf dem kleinen Video könnt Ihr sehen, zu was dieses Fluggerät in der Lage ist.

Mal schauen, wenn ich den ersten Schreck überwunden habe und mal etwas Geld übrig bleibt, werde ich einen zweiten Versuch starten. Die Möglichkeiten dieser Fotografie sehe ich nach wie vor gerade zu unendlich.

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